Rentenreform 2025: Ein weiterer Schritt in die Überforderung unserer Generation

Was der Bundestag gestern beschlossen hat, ist nur der Anfang: höhere Steuern, mehr Schulden und eine noch stärkere Belastung der jungen Generation.
Doch bevor wir über die aktuelle Politik sprechen, lohnt sich ein Blick zurück – dorthin, wo die Wurzeln unseres Rentensystems liegen.


Die Geschichte eines Schneeballsystems — und der Mann, der davor warnte

Schon in den 1950er-Jahren gab es jemanden, der angesichts der geplanten Rentenpolitik hellhörig wurde: Ludwig Erhard.

1957: Adenauers große Rentenreform

Konrad Adenauer wollte 1957 die sogenannte „dynamische, umlagefinanzierte Rente“ einführen. Das Prinzip ist einfach: Die heute Arbeitenden bezahlen die Renten der aktuellen Rentner.
Politisch war das ein Traum — sofort höhere Renten, sofortige Zufriedenheit bei Millionen Wählern.

Ludwig Erhard jedoch – wirtschaftsliberal, marktorientiert und langfristig denkend – sah schon damals die Schwachstellen:

  • Keine Kapitalbildung: Das Umlagesystem schafft keinen Zukunftspuffer.
  • Demografische Anfälligkeit: Weniger junge Menschen, mehr Rentner – ein unausweichbares Problem.
  • Politisch verführerisch: Man kann Leistungen ausweiten, ohne Rücklagen aufzubauen.
  • Inflationsrisiko: Steigende Beitragssätze treiben Lohnforderungen und Preise.

Erhard war visionär genug, um intern von einer „Rentenlüge“ zu sprechen — dem Versprechen von Leistungen, die zukünftige Generationen ausbaden müssen.

Doch Adenauer setzte sich durch. Sein berühmter Satz:
„Kinder kriegen die Leute immer.“
Erhard hielt das für eine Illusion. Und er sollte Recht behalten.


Zurück in die Gegenwart: Das Rentenpaket 2025

Union und SPD haben am Freitag das neue Rentenpaket beschlossen – und damit den direktesten Weg eingeschlagen, die Zukunft des Landes weiter zu belasten.
Während Friedrich Merz vermutlich von einer „stabilen Koalition“ spricht, zeigt dieses Paket vor allem eines: diese Regierung ist schon nach sieben Monaten kaum noch reformfähig.

Dabei sagte Merz selbst, es spreche „nichts“ für das Paket.
Trotzdem werden die entstehenden Kosten — 233 Milliarden Euro bis 2040 — als „sozialer Fortschritt“ verkauft.
Ein Etikettenschwindel.

Bereits 2023 flossen 41 % der Bundesausgaben in soziale Sicherungssysteme – die Hälfte davon allein in die Rente. Die Spielräume schrumpfen drastisch.


„Wir verdienen Rente nach 45 Beitragsjahren“ – ein weit verbreiteter Irrtum

Boomer und viele der heute Rentenbeziehenden sagen häufig:
„Nach 45 Jahren Beitragszahlung habe ich meine Rente verdient.“

Natürlich haben sie gearbeitet. Natürlich haben sie Anspruch auf Leistungen.
Aber: Es ist nicht ihr Geld.

Das Umlagesystem funktioniert nicht wie ein Aktienportfolio. Die eingezahlten Beiträge wurden längst ausgegeben – für die Renten der Generationen davor.
Früher kamen sechs Beitragszahler für einen Rentner auf.
Heute sind es 1,5.

Es ist nicht die Schuld der jungen Generation, dass wir weniger geworden sind – doch wir sollen die Rechnung bezahlen.


Die junge Generation bleibt zurück

Das Vertrauen darauf, dass auch wir einmal eine faire Rente haben werden, erodiert weiter.
Wir führen eine Politik, die heute bei den Älteren ankommt und morgen für die Jüngeren unbezahlbar wird.

Die aktuelle Koalition reißt eine Lücke auf, die wir schließen sollen – durch:

  • höhere Sozialbeiträge
  • höhere Steuern
  • mehr Staatsverschuldung

Und als wäre das nicht genug, wird ernsthaft darüber nachgedacht, auch Kapitalerträge rentenbeitragspflichtig zu machen.


Das wäre eine faktische Enteignung

Wir sollen privat vorsorgen.
Wir sollen aus unserem Netto investieren, Risiken tragen und Renditen erzielen.
Und jetzt sollen wir auf diese private Vorsorge auch noch Rentenbeiträge zahlen?

Das wäre nichts anderes als eine Bestrafung derjenigen, die Verantwortung übernehmen.
Eine Anti-Aktienrente, dabei wäre eine echte kapitalgedeckte Reform seit Jahren überfällig.


Die Lösung:

Eine mögliche Lösung für die Rentenkrise wäre einfach, langfristig wirksam und generationengerecht: jedes Kind bekommt bei der Geburt ein Startkapital vom Staat, das in ein breit gestreutes Aktiendepot investiert wird.

  • Einmalzahlung: 5.000 Euro pro Kind
  • Investition: in einen breit gestreuten Aktien-ETF
  • Renditeannahme: historisch durchschnittlich 7 % pro Jahr
  • Ergebnis bis zum Renteneintritt (67 Jahre): ca. 465.000 Euro pro Person

Dieser Betrag könnte sogar noch steigen, wenn zusätzlich privat in ETFs oder Aktien investiert wird.

Kosten für den Staat:

  • Bei aktuell rund 700.000 Geburten in Deutschland: ca. 3,5 Milliarden Euro

Im Vergleich dazu:

  • Der jährliche Zuschuss des Staates zur Rente liegt derzeit bei über 120 Milliarden Euro – und wird durch das neue Rentenpaket weiter stark steigen.

Fazit: Mit relativ geringen Anfangsinvestitionen könnten wir langfristig ein robustes, kapitalgedecktes Rentensystem aufbauen – deutlich günstiger und nachhaltiger als die aktuellen Umlageverfahren.

Leider sind wir davon aktuell weit entfernt. Aus der von Christian Lindner angedachten Aktienrente wird erstmal nichts, stattdessen sind ganz andere Überlegungen im Raum – von denen wir uns nicht entmutigen lassen sollten. NIE war es wichtiger, selbst zu investieren. Dabei will ich dir helfen. Mehr dazu demnächst hier auf dieser Seite.